Betreuungsangebot – U3 Betreuung:

„Wer sind U3-Jährige? Drei minus eins ergibt hier nicht zwei!“


Zweijährige sind nicht einfach nur ein Jahr jünger und unerfahrener als Dreijährige. Zweijährige sind nicht Dreijährige, die noch in die Hose machen, beim Essen kleckern und nicht mit der Schere umgehen können. Sie sind bezüglich ihres Entwicklungsstandes, ihrer Bedürfnisse und Ansprüche verhaltensmäßig noch anders als Dreijährige. Zweijährige sind sehr aktiv, es ist die Zeit des Erkundens, Spielens und Nachahmens. Wenig Zeit verbringt das Kind in Ruhe, und wenn, dann so gut wie nicht auf Stühlen, sondern am Boden sitzend. Die Sprachentwicklung ist in einer besonders wichtigen Phase, Wille und Widerstand werden stärker, das Kind wird sich seiner selbst bewusst – dies alles geschieht in starker Anbindung an die Bezugsperson. Zweijährige zeigen zwar erste Anzeichen von Gruppenfähigkeit und Sozialkompetenz – es gibt gegenseitige Sympathie und auch Freundschaften – doch von feinfühligem Miteinander und Kooperation kann noch nicht die Rede sein. Die eigenen Gefühle stehen klar im Mittelpunkt. Eine sichere Bindung und die Anwesenheit einer unterstützenden Bezugsperson sind von entscheidender Bedeutung. Typisch für Zweijährige ist, dass sie in bestimmten Zeitintervallen immer wieder zur Bezugsperson zurückkehren, um sich ihrer Anwesenheit zu vergewissern.

Kinder unter drei Jahren beanspruchen zudem sehr viel Zeit und Geduld. Wir Erzieherinnen sind in dieser Zeit sehr gefordert, dem Bedürfnis der Kinder nach Schutz und Geborgenheit nachzukommen und ihnen Möglichkeiten zum Experimentieren, Erkunden und Kennen lernen ihrer Umwelt zu geben. Je jünger die Kinder sind, umso mehr brauchen sie wiederkehrende Rituale, bei der Begrüßung oder beim Essen die ihnen Halt und Sicherheit geben.


1. Kinder nicht überfordern:

Wir achten besonders darauf, dass das Spielmaterial, die Kinderzahl und die äußeren Eindrücke überschaubar bleiben. Dies soll es den Kindern erleichtern, sich zu orientieren. Zudem legen wir großen Wert darauf, dass die Gruppenräume einerseits viele Anregungen bieten, aber anderseits nicht mit Reizen überfrachtet sind.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass die Kinder erste soziale Kontakte knüpfen, indem sie sich in Spielbereiche begeben, in denen auch andere Kinder der Gruppe spielen.
Wenn sie eine Ruhephase brauchen ist es wichtig, dass die Kinder einen Platz zum Ausruhen und Entspannen finden. Hier bieten die Nebenräume einer jeden Gruppe, welche alle mit einer „Kuschelecke“ ausgestattet sind, die entsprechende Möglichkeit.
Um die individuellen Schlafbedürfnisse der Kinder zu berücksichtigen, stehen ihnen zwei Schlafräume zur Verfügung. In Absprache mit den Eltern, ist uns wichtig, die zu Hause erlebten Rituale in der Einrichtung weiter zu führen.


2.Sauberkeitserziehung:

Die Sauberkeitserziehung ist für uns ebenfalls ein wichtiges Thema in der Betreuung von Kindern unter drei Jahren. Und auch für viele Eltern ist schon beim Aufnahmegespräch das Thema Sauberkeitserziehung ein wichtiger Punkt. Oft gibt es Ängste, dass wir ein Kind eventuell nicht aufnehmen könnten, wenn es noch Windeln braucht. Umso überraschter sind die meisten Eltern, wenn sie spüren, dass Windeln für uns kein Problem sind.
Um wirklich selbstständig sauber zu werden braucht das Kind ein Vorbild und Unterstützung, besonders dann wenn es bereits Interesse an der Toilette und den dort ablaufenden Vorgängen zeigt. Unsere Erfahrungen zeigen, dass sich Kinder, die mit Windeln zu uns kommen, sehr schnell für die (Kinder-) Toiletten interessieren und ohne Druck sauber werden. Auch Kinder in diesem Alter haben eine Intimsphäre, die von uns Erwachsenen respektiert werden muss! In unseren zwei Wickelräumen haben die Erzieherinnen die Möglichkeit, die Kinder in Ruhe zu wickeln, auf sie einzugehen und ihnen die so wichtige Zuwendung zukommen zu lassen. Für die etwas älteren Kinder nimmt sich die jeweilige Erzieherin Zeit, um mit ihnen auf die Toilette zu gehen. Gerade bei pflegerischen Tätigkeiten ist ein Vertrauensverhältnis zur Bezugsperson besonders wichtig. Durch den sensiblen Umgang spürt das Kind Geborgenheit.


3. Eingewöhnungsphase:

Vor dem Hintergrund der neuen Bindungsforschung gewöhnen wir jedes neue Kind sehr behutsam ein. Das heißt bei uns in erster Linie „elternbegleitet“ und „bezugspersonenorientiert“.

Denn bis ins dritte Lebensjahr hinein, bindet sich ein Kind nur an wenige Bezugspersonen. Kommt ein Kind in die Tageseinrichtung, so muss seine Erzieherin zu seiner Bezugsperson in der neuen Umgebung werden. Es muss sich von seinen bisherigen Hauptpersonen zeitweilig trennen können und eine neue Beziehung zu einer bislang unbekannten Bezugsperson zulassen. Dies ist eine wichtige und für die Kinder äußerst anspruchsvolle Entwicklungsaufgabe.
Die Eingewöhnungsphase ist von besonderer Bedeutung. Damit sich die Kinder langsam im Kindergarten eingewöhnen können, ist ein individueller Ablösungsprozess vom Elternhaus erforderlich.
Für die meisten Kinder unter drei Jahren bedeutet der Kindergartenbesuch auch gleichzeitig die erste Trennung von den Eltern. In der Ablösephase ist es uns wichtig, dass das Kind individuell gesehen wird und die Eingewöhnungszeit bekommt, die es braucht. Hierbei spielt die Begleitung der Eltern eine wichtige Rolle, damit das Kind Sicherheit und Vertrauen zu den Erzieherinnen aufbauen kann. Wir empfehlen den Familien für diese Phase genug Zeit einzuplanen, um das eigene Kind begleiten zu können.
Das Kindergartenpersonal steht den Eltern in dieser Zeit vertrauensvoll zur Seite, um gemeinsam die individuelle Eingewöhnung der Kinder zu besprechen.
Die Zeit der Eingewöhnung ist beendet, wenn ein Kind uns als sichere Basis akzeptiert hat. Nach einer gelungenen Eingewöhnungsphase hat ein Kind etwas ganz wichtiges gelernt:
„Meine Eltern und ich können uns beruhigt voneinander verabschieden. Sie haben mir gezeigt, dass meine Erzieherin auf mich aufpasst. Auf mich wartet ein toller Spielmorgen mit vielen anderen Kindern. Meine Eltern kommen wieder, holen mich ab und wir gehen gemeinsam nach Hause.“


4. Tagesablauf

Ein gut geplanter und feststehender Tagesablauf ist für unsere jüngsten Kinder von besonderer Wichtigkeit. Er bietet ihnen feste Strukturen und Rituale, an denen sie sich orientieren können und der ihnen Sicherheit gibt.
Die Kinder werden jeden Morgen herzlich von ihren Erzieherinnen begrüßt und ins Freispiel begleitet. Die Kinder dürfen frei entscheiden, mit welchem Spiel sie in den Kindergartentag starten möchten. Im Anschluss daran findet täglich ein gemeinsames Frühstück statt, welches die Kinder von zu Hause mitbringen.
Danach beginnt die zweite Freispielphase. Durch Beobachtungen erkennen die Erzieherinnen die Bedürfnisse der Kinder, können sie gezielt anleiten, ihnen entsprechende Spielmaterialien anbieten oder sich selbst als Spielpartner mit einbeziehen.
Je nach Wetterlage nutzen wir unser Außengelände. Wie auch in der Freispielphase können die Kinder hier selbst wählen, was, wo und mit wem sie gerne spielen möchten.
Zum Ende des Vormittages finden wir uns im Gruppenraum zum Abschlusskreis zusammen. Hier singen, spielen, lachen und erzählen wir und freuen uns auf den nächsten gemeinsamen Kindergartentag.
Einige Kinder werden nun abgeholt und gehen nach Hause, alle anderen werden von den Erzieherinnen in die verschiedenen Über-Mittag-Betreuungen begleitet.


5. Bedeutung des Spiels:

„Spielen ist für Kinder wie ein Zaubermittel. So erforschen sie die Welt, in der scheinbar alles möglich ist. Dabei erleben sie neue Gefühle und lernen auszudrücken, was sie noch nicht in Worte fassen können. Der Kindergarten ist der Ort, an dem sie das erfahren und genießen können, was in diesem Lebensabschnitt für sie am wichtigsten ist. Das Spiel ist das beste Mittel, um die kindlichen Bedürfnisse zu erfüllen. Aus diesem Grund sollten wir Erwachsenen dafür sorgen, dass Kinder genügend Zeit und Raum haben, für ihr kreatives Spiel, indem wir sie einfach Kinder sein lassen (…).“

Wir machen vom täglichen Spielverhalten durch Beobachtungen abhängig, welche zusätzlichen Impulse wir setzen und welche Freispielangebote stattfinden.